Chausseestraße · 10115 Berlin-Mitte
Bikefitting in Berlin-Mitte für Rennrad & Gravel
Bikefitting beginnt idealerweise vor der Testfahrt, dem Kauf oder einem Custom-Build. Mit Retül 3D Motion Capture und dem stufenlos verstellbaren Wahoo KICKR BIKE ermitteln wir Deine Werte für Rahmengröße, Reach, Stack und Cockpit, bevor Du Dich festlegst. Das schützt vor Fehlkäufen und kostspieligen Änderungen nach dem Kauf.
Unser Premium-Fahrrad-Shop in Berlin-Mitte ist auf Rennräder und Gravelbikes von Canyon, Cervélo, BMC, Colnago und Orbea spezialisiert. Von Full-Service und Wartung über Custom-Aufbauten bis zu JobRad und Lease-a-Bike begleiten wir Dich vom ersten Maß bis zum fahrfertigen Rad; als Servicepartner auch für Canyon und Rose.
Was kostet ein Bikefitting in Berlin-Mitte?
Basic Fit
200 €Der Basic Fit kombiniert den Körper-Check mit einer dynamischen Retül 3D-Bewegungsanalyse auf dem Wahoo KICKR BIKE. Während Du trittst, werden Deine Gelenkwinkel in Echtzeit erfasst und Sitzposition, Rahmengrösse, Sattelhöhe, Cockpit und Cleats millimetergenau abgestimmt.
Für die meisten Anfragen ist das genau richtig: eine erste professionelle Einstellung, ein neues Rad oder wiederkehrende Beschwerden wie Knieschmerzen, Taubheit im Sattelbereich und Druckstellen an den Füssen. Die dynamische Analyse zeigt dabei auch Bewegungsauffälligkeiten, die erst unter Belastung sichtbar werden.
Termin anfragenPro Fit
400 €Der Pro Fit baut auf der dynamischen Retül 3D-Analyse auf und ergänzt sie um eine vertiefte biomechanische Auswertung für maximale Performance. Schuhe, Einlagen und Komponenten werden anhand der gemessenen Bewegungsmuster präzise einbezogen.
Die ermittelten Maße und Empfehlungen werden in einem digitalen Fitting-Report dokumentiert und anschließend exakt auf Dein eigenes Rad übertragen.
Pro Fit buchenBeide Preise verstehen sich pro Termin vor Ort in Berlin-Mitte.
So läuft ein Bikefitting ab
- 01
Erstgespräch
Fahrprofil, Ziele und eventuelle Beschwerden werden erfasst.
- 02
Vermessung
Dynamische Retül 3D-Analyse auf dem Wahoo KICKR BIKE: Trittbewegung, Rahmengrösse, Sattelposition, Lenker- und Vorbaueinstellung.
- 03
Einstellung
Die ermittelten Werte werden direkt am Rad umgesetzt.
- 04
Zusammenfassung
Die wichtigsten Einstellwerte werden festgehalten, damit sie bei Bedarf reproduzierbar sind.
Schmerzen, Komfort und Leistungsfähigkeit
01Schmerzen: wo sie herkommen, nicht nur dass sie da sind
Die meisten wiederkehrenden Beschwerden beim Radfahren haben einen mechanischen Grund, der sich an einem einzigen Punkt der Einstellung festmachen lässt, nicht an "dem Rad" oder "der Kondition" im Allgemeinen. Vorderer Knieschmerz zeigt fast immer auf eine zu hohe oder zu weit hinten stehende Sattelposition, eine zu lange Kurbel oder dauerhaft zu grosse Gänge. Hinterer Knieschmerz läuft in die andere Richtung: Der Sattel sitzt zu hoch oder zu weit hinten, das Knie wird bei jeder Umdrehung überstreckt. Schmerz an der Innen- oder Aussenseite des Knies hat fast immer mit der Cleat-Position zu tun, zu wenig oder zu viel Float, oder abgenutzten Cleats, die das Fussgelenk in eine feste Rotation zwingen, statt es arbeiten zu lassen. Taubheitsgefühl im Sattelbereich entsteht oft, wenn der Sattel schmaler ist als der eigene Sitzknochenabstand, der Druck landet dann auf Weichteilen statt auf den Sitzknochen selbst. Kalte oder taube Füsse und Druckstellen gehen häufig auf die steife Sohle eines Radschuhs zurück, die den Druck auf den Vorfuss konzentriert; eine passende Einlage verteilt diesen Druck und kann verhindern, dass sich eine Überpronation auf die Knieachse auswirkt.
02Komfort: warum wenige Millimeter einen spürbaren Unterschied machen
Komfort auf dem Rad ist kein subjektives Gefühl, das sich nicht greifen lässt, er lässt sich an konkreten Einstellungen festmachen, und die Forschung bestätigt das deutlicher, als man erwarten würde. In einer internationalen Befragung von 849 Radfahrenden war eine professionelle Vermessung mit spürbar besseren Werten bei Komfort und Schmerz verbunden. Eine ehrliche Einordnung gehört allerdings dazu: Dieselbe Befragung fand keinen signifikanten Zusammenhang zwischen Bikefitting und weniger Verletzungen im Folgejahr. Was ein Fitting also belegbar leistet, ist eine Position, die sich über Stunden im Sattel besser anfühlt, nicht ein Verletzungsschutz-Versprechen, das die Datenlage schlicht nicht hergibt.
Ein Beispiel dafür, wie konkret das wird: Eine Studie mit 34 Radfahrenden verglich drei Sattelpositionen in der Horizontalen, die bevorzugte Position, 10 % weiter vorne, 10 % weiter hinten, bei zwei Belastungsstufen. Der wahrgenommene Komfort war bei der weiter hinten liegenden Position signifikant niedriger als bei der weiter vorne liegenden, mit spürbar veränderten Winkeln in Sprunggelenk und Knie. Die Sattelposition nach vorne oder hinten ist also ein eigener Komfort-Hebel, unabhängig von der Sattelhöhe, und genau das wird bei einer präzisen Vermessung bewusst festgelegt statt nach Gefühl geschätzt.
03Effizienz: wie sich die Kraft auf Muskeln und Gelenke verteilt
Eine höhere oder tiefere Sattelposition verändert nicht nur, wie sich das Treten anfühlt, sondern messbar, welche Muskeln und Gelenke die Arbeit übernehmen. Eine biomechanische Modellstudie mit 25 Radfahrenden verglich neun Kombinationen aus drei Sattelhöhen und drei Leistungsstufen und fand: Eine höhere Sattelposition senkte die Kraft im Quadrizeps um rund 9,6 % und in der Wadenmuskulatur um rund 21 %, während die Belastung des Schienbeinmuskels um rund 33 % anstieg. Das erklärt, warum wenige Millimeter Sattelhöhe bei längeren Ausfahrten einen echten Unterschied machen können, es verschiebt buchstäblich, welche Muskelgruppe zuerst ermüdet. Eine pauschale Aussage wie "mehr Watt durch Bikefitting" liefert diese Studie nicht, und eine solche Zahl wird hier bewusst nicht versprochen; was sie zeigt, ist eine veränderte, individuell unterschiedliche Verteilung der Belastung, die sich bei einer präzisen Vermessung gezielt einstellen lässt statt dem Zufall zu überlassen.
Typische Fehler beim Radkauf und bei der Einstellung
Viele der Beschwerden, die später zu einem Bikefitting führen, entstehen nicht erst auf dem Rad, sondern schon beim Kauf oder bei der ersten Selbstmontage. Die folgenden Fehler tauchen in der Praxis immer wieder auf, jeweils mit einem klaren Zusammenhang zu einem bestimmten Beschwerdebild.
01Rahmengröße nach Etikett statt nach Stack und Reach
Ein Rad wird oft nach der Größenangabe des Herstellers gekauft, S/M/L oder eine Zentimeterzahl, oder nach der Standover-Höhe, wie hoch das Oberrohr über dem Boden liegt. Beides ist zwischen Marken kaum vergleichbar: Zwei Rahmen mit identischer Sitzrohrlänge können völlig unterschiedliche Sitzpositionen erzeugen, weil Steuerrohrwinkel und -länge unabhängig davon variieren. Die belastbaren Masse sind Stack (vertikaler Abstand von Tretlagermitte zur Oberkante Steuerrohr) und Reach (der horizontale Abstand derselben zwei Punkte), weil sie direkt beschreiben, wie gestreckt oder aufrecht die Sitzposition tatsächlich wird, unabhängig vom Marketingnamen der Größe. Ein zu klein oder zu groß gekaufter Rahmen lässt sich über Sattel- und Vorbaueinstellung nur begrenzt korrigieren, oft bleibt eine dauerhaft zu gestreckte oder zu gestauchte Haltung übrig, die genau die Rücken- und Nackenbeschwerden auslöst, die sich anfühlen wie ein reines Einstellungsproblem, aber eigentlich am Rahmen selbst liegen.
02Schuhgröße "wie im Alltag" gewählt
Radschuhe werden häufig nach demselben Gefühl gekauft wie Alltagsschuhe: eine halbe Nummer größer für mehr Zehenraum, oder eine engere Passform, um seitlichen Halt zu erzwingen. Beides führt in die falsche Richtung. Radschuhe sollen am Mittelfuß spürbar, aber nicht einschnürend sitzen, mit Zehen, die sich natürlich bewegen können, ohne vorne anzustoßen. Ein zu groß gekaufter Schuh lässt den Fuß im Schuh minimal wandern, was auf Dauer zu Druckstellen und einem instabilen Kraftübertrag führt; ein zu eng gekaufter Schuh, gerade in der Breite, drückt Nerven im Vorfuß zusammen und ist eine der häufigsten Ursachen für taube oder kribbelnde Zehen während der Fahrt. Breite und Länge sind dabei zwei getrennte Probleme: Ein zu enger Vorfuß wird durch eine größere Schuhlänge nicht gelöst, sondern durch die passende Weite.
03Cleats ohne Float montiert
Cleats werden oft "gerade" oder nach Gefühl montiert, ohne die seitliche Rotationsfreiheit (Float) zu beachten, die die meisten Klicksysteme eigentlich bieten. Float erlaubt dem Fuß, sich während der Trittbewegung leicht nach innen oder außen zu drehen, ohne aus dem Pedal auszuklicken, und genau das braucht das Knie: Es muss bei den meisten Menschen nicht exakt in einer geraden Linie laufen, um schmerzfrei zu bleiben. Werden Cleats ohne Float oder in einer Rotation montiert, die nicht zur natürlichen Fußstellung passt, wird das Knie bei jeder Umdrehung in eine unnatürliche Linie gezwungen. Das äußert sich typischerweise als Schmerz an der Innen- oder Außenseite des Knies, je nachdem, in welche Richtung die Fehlstellung zwingt, nicht als der klassische vordere oder hintere Knieschmerz, der eher mit der Sattelposition zusammenhängt.
04Kurbellänge nie hinterfragt
Die meisten Räder werden mit einer Standardkurbellänge verkauft, unabhängig von der Körpergröße der fahrenden Person, und die wenigsten Käuferinnen und Käufer wissen, dass Kurbellänge überhaupt eine einstellbare Größe ist. Das wird erst zum Problem bei sehr kleinen oder sehr großen Personen: Eine zu lange Kurbel zwingt das Knie am oberen Totpunkt in einen zu spitzen Winkel. Physiotherapeutisch orientierte Bikefitting-Praxen setzen die Grenze bei etwa 66 Grad Knie-Winkel, darunter steigt das Risiko für chronischen Knieschmerz spürbar, oberhalb von etwa 69 Grad gilt der Winkel meist als unproblematisch. Zu lange Kurbeln zeigen sich oft zusätzlich durch ein leichtes Kippen des Beckens bei jeder Umdrehung, weil die Hüfte am oberen Totpunkt ausweichen muss.
05Lenkerbreite nach Rahmengröße statt nach Schulterbreite gewählt
Ein neuer Lenker wird häufig einfach in der zur Rahmengröße passenden "Standardbreite" gekauft, ohne die tatsächliche Schulterbreite der fahrenden Person zu berücksichtigen. Als biomechanisch sinnvolle Faustregel gilt die Schulterbreite plus etwa eine Handbreite auf jeder Seite; deutlich schmalere oder breitere Lenker zwingen Schultern und Ellbogen in eine ungünstige Position, die die großen, eigentlich tragfähigen Schultermuskeln nicht mehr effizient nutzen kann. Zu schmale Lenker führen zu einer verdrehten Handposition mit eingeklemmten Ellbogen, zu breite Lenker erzeugen eine Belastung, die einem zu breiten Liegestütz ähnelt; beides zeigt sich typischerweise als Verspannung oder Schmerz im Schulterbereich, oft fälschlich der Sitzposition insgesamt zugeschrieben.
06Sattelhöhe nach Gefühl statt gemessen
Ein kurzer Querverweis genügt hier, da der Mechanismus bereits oben ausführlich behandelt wird: Wer die Sattelhöhe beim Kauf oder nach einem Radwechsel "wie beim alten Rad" oder nach einer Online-Faustformel einstellt, ignoriert typischerweise Unterschiede in der Schuhsohlen- und Cleat-Dicke zwischen den Rädern. Genau diese wenigen Millimeter sind es, die laut der oben zitierten Forschung messbar verschieben, welche Muskelgruppe zuerst ermüdet, und häufig hinter genau dem vorderen oder hinteren Knieschmerz stecken, den viele fälschlich auf "harte Trainingswochen" statt auf die Einstellung selbst schieben.
Ein Bikefitting kann einen zu klein oder zu groß gekauften Rahmen nicht vollständig ausgleichen, aber Sattelposition, Cleats, Kurbellänge und Cockpit-Maße lassen sich bei jeder Vermessung gezielt korrigieren, unabhängig davon, wo genau der ursprüngliche Fehler passiert ist.
Was ist beim Bikefitting anders? Rennrad vs. Gravel
Gravelbikes sind auf eine aufrechtere Position ausgelegt, mit kürzerem Oberrohr und höherem Steuerrohr, während Rennräder eine längere, tiefere und aerodynamischere Haltung ermöglichen. Rennrad-Lenker liegen typischerweise zwischen 38 und 46 cm Breite, Gravel-Lenker sind oft zusätzlich ausgestellt (Flare), um mehr Kontrolle im Gelände zu bieten. Diese Unterschiede fliessen bei jeder Vermessung mit ein, je nachdem, welches Rad mitgebracht wird.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Bikefitting?
Ein Bikefitting muss kein einmaliges Ereignis sein. Diese Momente sind in der Praxis die häufigsten Auslöser.
- 01
Neues Rad oder Custom-Build
Das Fitting gehört vor Testfahrt, Kaufentscheidung oder Start des Custom-Aufbaus. So stehen Rahmengröße, Reach, Stack und Cockpit fest, bevor ein falscher Rahmen oder teure Änderungen nötig werden.
- 02
Wiedereinstieg nach einer Pause
Nach Verletzung, Winterpause oder längerer Auszeit hat sich die Beweglichkeit oft verändert, eine alte Einstellung passt dann nicht mehr automatisch.
- 03
Vor einem grösseren Saisonziel
Vor einer langen Tour, einem Etappenrennen oder einem intensiveren Trainingsblock lohnt sich die Überprüfung der Grundposition, bevor das Volumen steigt.
- 04
Wiederkehrende Beschwerden
Knieschmerzen, Taubheit oder Druckstellen, die trotz mehrerer Ausfahrten nicht verschwinden, sind ein klares Signal, keines, das man aussitzen sollte.
- 05
Wechsel wichtiger Komponenten
Neue Schuhe, neue Pedale oder Cleats, oder ein neuer Sattel verändern die Ausgangsbasis, auf der die letzte Einstellung beruhte.
- 06
Spürbare Veränderung der eigenen Fitness
Durch regelmässiges Training, Gewichtsveränderung oder mit den Jahren verschiebt sich die ideale Position mit.
Vorbereitung auf den Termin
Rad, Radschuhe und Pedale mitbringen, falls vorhanden auch bestehende Einlagen. Es lohnt sich, kurz zu notieren, wo genau es zwickt oder seit wann eine Beschwerde besteht. Auch Räder, die nicht bei uns gekauft wurden, können mitgebracht werden.
Für wen ist ein Bikefitting geeignet?
Pendler in Berlin, die viel im Sattel sitzen, ambitionierte Rennrad- und Gravel-Fahrer, alle mit wiederkehrenden Beschwerden, und alle, die ein neues Rad besitzen und nicht sicher sind, ob Grösse und Einstellung passen.
Häufige Fragen
01Was kostet ein Bikefitting in Berlin-Mitte?
Der Basic Fit kostet 200 €. Der Pro Fit kostet 400 € und ist direkt buchbar.
02Ist der Basic Fit eine dynamische Bewegungsanalyse?
Ja. Beim Basic Fit erfasst das Retül 3D-Kamerasystem Deine Gelenkwinkel während der Trittbewegung auf dem Wahoo KICKR BIKE in Echtzeit. So werden Auffälligkeiten sichtbar, die im Stand nicht zu erkennen sind.
03Wie lange dauert ein Bikefitting?
Für einen Basic Fit sollte ausreichend Zeit für Erstgespräch, Vermessung und Einstellung eingeplant werden. Genaue Zeitangaben werden vor Ort mit unserem Team abgestimmt.
04Hilft ein Bikefitting bei Knieschmerzen?
Häufig ja. Vorderer Knieschmerz hängt oft mit Sattelhöhe oder -position zusammen, hinterer Knieschmerz meist mit einem zu hoch oder zu weit hinten sitzenden Sattel, und seitlicher Knieschmerz häufig mit der Cleat-Position. Ein Bikefitting prüft genau diese Punkte systematisch.
05Was ist der Unterschied zwischen einem Rennrad- und einem Gravel-Bikefit?
Gravelbikes sind auf eine aufrechtere, kontrolliertere Position ausgelegt, Rennräder auf eine längere, aerodynamischere Haltung. Lenkerbreite, -form und Vorbaulänge unterscheiden sich entsprechend, und das fliesst bei der Vermessung mit ein.
06Was soll ich zum Termin mitbringen?
Das eigene Rad, Radschuhe und Pedale. Bestehende Einlagen sind hilfreich, sind aber kein Muss.
07Darf ich ein Rad mitbringen, das ich nicht bei euch gekauft habe?
Ja, das ist kein Problem.
08Warum spielt der Schuh beim Bikefitting eine Rolle?
Die steife Sohle eines Radschuhs konzentriert den Druck auf den Vorfuss, was zu Druckstellen oder Taubheit führen kann. Eine passende Einlage kann diesen Druck verteilen und die Stabilität am Pedal verbessern.
09Was tun bei Taubheitsgefühl im Sattelbereich?
Meist liegt es daran, dass der Sattel schmaler ist als der eigene Sitzknochenabstand, wodurch der Druck auf Weichteile statt auf die Sitzknochen fällt. Die passende Sattelbreite ist Teil jeder Vermessung.
10Macht ein Bikefitting schneller?
Direkt gemessene Wattzahlen verspricht ein seriöses Fitting nicht, dafür fehlt die Datenlage. Was sich belegen lässt: Die Sattelposition verändert messbar, wie stark einzelne Muskelgruppen (Quadrizeps, Wade, Schienbein) beansprucht werden. Eine Position, die die Belastung sinnvoll verteilt, ermüdet langsamer, das wirkt sich auf langen Ausfahrten oft stärker aus als auf einer kurzen Zeitmessung.
11Schützt ein Bikefitting vor Verletzungen?
Nicht nachweislich, und das wird hier bewusst nicht versprochen. Eine internationale Befragung von 849 Radfahrenden fand einen klaren Zusammenhang zwischen Bikefitting und weniger Schmerzen sowie mehr Komfort, aber keinen signifikanten Zusammenhang mit weniger Verletzungen im Folgejahr. Ehrlich gesagt: Ein Fitting macht das Fahren spürbar angenehmer und schmerzärmer, es ist aber kein Ersatz für Training, Belastungssteuerung oder ärztlichen Rat bei bestehenden Beschwerden.
12Was ist der Unterschied zwischen Basic Fit und Pro Fit?
Der Basic Fit umfasst die dynamische Retül 3D-Bewegungsanalyse auf dem Wahoo KICKR BIKE, die ergonomische Feinanpassung und den digitalen Fitting-Report. Der Pro Fit ergänzt dies um eine erweiterte Analyse für maximale Performance und tiefe biomechanische Optimierung.
13Warum sitzt der Sattel beim Fitting nicht nur höher oder tiefer, sondern auch vor oder zurück?
Weil die Position nach vorne oder hinten (Setback) den Komfort unabhängig von der Höhe beeinflusst. Eine Studie mit Radfahrenden fand deutlich niedrigeren Komfort bei einer weiter nach hinten verschobenen Sattelposition im Vergleich zu einer weiter vorne liegenden. Beide Masse, Höhe und Setback, werden bei der Vermessung getrennt festgelegt, nicht nur eines von beiden.
14Wie finde ich die richtige Rahmengröße, wenn ich online kaufe?
Nicht über die Größenangabe S/M/L oder eine Zentimeterzahl allein, die ist zwischen Marken kaum vergleichbar. Stack (Höhe) und Reach (Länge) beschreiben die tatsächliche Sitzposition unabhängig vom Etikett. Am zuverlässigsten: die Stack- und Reach-Werte eines bereits passenden Rads notieren und beim nächsten Kauf danach vergleichen, nicht nach der Größenbezeichnung.
15Warum werden meine Zehen beim Radfahren taub, obwohl die Schuhe die richtige Länge haben?
Länge und Breite sind zwei getrennte Probleme. Ein zu enger Vorfuß, oft der eigentliche Grund für Taubheit, wird durch eine größere Schuhlänge nicht gelöst, sondern durch die passende Weite. Viele Hersteller bieten dafür eigene Weiten-Varianten an, unabhängig von der Schuhgröße.
16Muss ich beim Kauf eines neuen Rads auch an die Kurbellänge denken?
Ja, besonders bei sehr kleiner oder sehr großer Körpergröße. Die meisten Räder kommen mit einer Standardlänge, unabhängig davon, wer sie fährt. Eine zu lange Kurbel zwingt das Knie am oberen Totpunkt in einen zu spitzen Winkel, was auf Dauer zu Knieschmerz führen kann.
17Was bedeutet "Float" bei Cleats, und warum ist es wichtig?
Float ist die seitliche Rotationsfreiheit, die die meisten Klicksysteme beim Pedal bieten. Sie erlaubt dem Fuß, sich während der Trittbewegung leicht zu drehen, ohne auszuklicken, das braucht das Knie, weil es nicht bei jedem Menschen exakt geradeaus laufen muss, um schmerzfrei zu bleiben. Cleats ohne Float, oder in falscher Rotation montiert, sind eine häufige Ursache für Schmerz an der Innen- oder Außenseite des Knies.
18Kann ein Bikefitting einen Fehler beim Radkauf nachträglich ausgleichen?
Teilweise. Eine falsch gekaufte Rahmengröße lässt sich nur begrenzt kompensieren. Sattelposition, Cleat-Einstellung, Kurbellänge und Cockpit-Maße wie Lenkerbreite und Vorbaulänge lassen sich dagegen bei jedem Fitting gezielt korrigieren, unabhängig davon, welcher Fehler ursprünglich passiert ist.
19Wann ist der beste Zeitpunkt für ein Bikefitting?
Am sinnvollsten vor dem ersten Kilometer auf einem neuen oder neu aufgebauten Rad, nach einer längeren Pause oder Verletzung, vor einem grösseren Saisonziel, oder sobald wiederkehrende Beschwerden auftreten. Ein Fitting ist kein einmaliges Ereignis, sondern lohnt sich immer dann, wenn sich Rad, Körper oder Ziel spürbar verändert haben.